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Im Portrait

Klennes – klein, aber oho!

Die 145 cm kleine Carmen Straube machte sich ihren Spitznamen „Klenne“ (Sächsisch für „Kleine“) 2007 zum Markenzeichen, indem sie das (fast) gleichnamige Modelabel „Klennes“ gründete. Die 61-Jährige (Hobby-)Schneiderin verkauft seitdem unter diesem Namen maßgeschneiderte Damenbekleidung im Vintage-Stil, die sie eigenhändig in ihrer Werkstatt anfertigt. Mit über 45 Jahren Näherfahrung ist die Sächsin im Übrigen eine echte Veteranin auf ihrem Gebiet, was sie bis heute dem Mangel an angesagter Kleidung in der DDR zu „verdanken“ hat.
14.12.2018 – Bettina Röhl

Unikate für Frauen von 30 bis 100 Jahren

„Klennes“ – Mit den entsprechenden Mundartkenntnissen kann sich manch einer bereits anhand des Namens herleiten, wo dieses Modelabel seine Wurzeln hat: in Sachsen. „Klennes“ bedeutet „Kleines“ und heißt deshalb so, weil seine 145 cm große Gründerin Carmen Straube sich diesen Spitznamen wahrscheinlich eher unfreiwillig zum Markenzeichen machte. Hinter der kleingewachsenen Frau steckt allerdings Großes: Mit Klennes verkauft die 61-Jährige handgefertigte Damenmode und Accessoires, von denen jedes Modestück ein Unikat darstellt. Alle Modelle werden außerdem nur maximal zwei bis drei Mal angefertigt. Die Zielgruppe für die Fabriakte sind laut der Designerin Frauen im Alter von 30 bis 100 Jahren. Die gelernte Industriekauffrau verrät uns außerdem, dass ihr Herz für Vintage-Mode schlägt, weshalb sie gerne Originalteile sammelt und ihre eigenen Entwürfe ebenfalls oft an den Stil der 1920er- bis -80er-Jahre erinnern.

Die Kundin ist König

Großen Wert wird bei Klennes sowohl auf die liebevolle Anfertigung als auch auf die Mitbestimmung der Kundinnen gelegt. Falls diese beispielsweise lieber lange Ärmel statt kurze an einem Modell wünschen, so setzt Straube diesen Wunsch ohne Aufpreis um, sie bietet sozusagen eine „Online-Maßanfertigung“ an.
Die Sächsin fertigt all ihre selbst designten Produkte manuell in ihrer eigenen Werkstatt an. Viele ihrer Stammkundinnen besuchen sie auch dort und lassen sich von ihr maßgeschneiderte Stücke aus dem gewünschten Stoff herstellen. Im Online-Shop können vorwiegend Accessoires erworben werden, die die (Hobby-)Schneiderin schnell nachproduzieren kann. Weiterhin werden die Unikate auch auf Kunsthandwerkermärkten angeboten, wo Klennes Kundschaft immer eine neue Auswahl an einzigartigen Handanfertigungen zu sehen bekommt und auch neue Ideen und Wünsche äußern kann. Die Rohstoffe für die Textilherstellung bezieht Straube von Stoffvertretern ihres Vertrauens.

Die Not macht erfinderisch

Die heute 61-Jährige konnte bereits auf mehrere Jahrzehnte Näherfahrung zurückblicken, als sie 2007 den Sprung in die (hauptberufliche) Selbständigkeit wagte. Mit jungen 18 Jahren begann die modebegeisterte Frau sich der Schneiderei zu widmen. Sie lebte damals in der DDR, wo es nicht so einfach war, an angesagte Kleidung zu gelangen, wie sie beteuert: „Jeder, der etwas vom Handwerk verstand, hat sich selbst etwas genäht“. Zu Straubes Bedauern war es in dem sozialistischen Staat außerdem nicht möglich, eine Lehre als Damenschneiderin zu bekommen, weshalb sie sich dem Umgang mit der Nähmaschine autodidaktisch näherte.
Was mit der Leidenschaft zur Schneiderei begann, wurde dann schnell zur zweiten Einnahmequelle: Ihre früheren Modelle verkaufte die Autodidaktin nämlich schon bald im Chemnitzer Fachgeschäft „Jugendmode“. Quasi nebenbei baute sie ihre Kompetenzen im Kostümbereich aus und entwarf fortan auch Mittelalterbekleidung sowie Science-Fiction-Filmkostüme. In den Jahren 1991, 1993 und 1994 wurde sie außerdem gleich dreimal Zweitplatzierte im Burda-Schneider-Wettbewerb in Chemnitz.
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